"De Palzrock, der werd Radiostar" in DIE RHEINPFALZ vom 30.10.2017

Hier der Link, der bis 06.02.2018 verfügbar sein wird:

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Montag, 30. Oktober 2017

Landau: Kultur Regional
„De Palzrock, der werd Radiostar“

Interview: Die Band Fine R.I.P. singt eigene Songs in Mundart und ist oft in der Region zu erleben – Morgen kommt sie nach Kapsweyer


Wird es der neue Welthit: Fine R.I.P. stellt bald „De Riesling werd knapp“ zum Download bereit. (Foto: André Poschadel)

Ohne ihren Palzrock wären die fünf Jungs von Fine R.I.P. eine stinknormale Coverband. Das sind die Frankenthaler aber nicht. Mit Mundarttexten kombiniert mit bekannten Rock- und Popklassikern, aber auch mit eigenen Songs, sorgen sie auf vielen Festen der Pfalz für Stimmung. Morgen rocken sie in Kapsweyer. Im Interview mit DER RHEINPFALZ sprechen Sänger Monji El Beji und Bassist Christoph Erbach von schrägen Ideen und Jungs Fantasien.

Habt Ihr eine Schwäche für Feinrippunterwäsche, findet ihr Grabinschriften toll, warum der Name?
El Beji: Weder noch. Aber wir klauen fein. Wir rippen bekannte Songs und machen etwas Eigenes daraus, indem wir der Musik unsere pfälzischen Texte aufdrücken.
Erbach: Klauen heißt auf Englisch „rip“. Und mit den drei Punkten soll das Ganze böse wirken.

Wie kommt man auf die Idee, Rockklassiker zu spielen und dazu pfälzisch zu singen?
El Beji: Die Wahrheit oder die Zeitungsversion?

Die nackte Wahrheit bitte.
El Beji: Ursprünglich war Fine R.I.P. eine Coverband. Allerdings hat das Covern nicht funktioniert. Denn mein Englisch ist furchtbar. Also musste eine Lösung her. Und die hatte unser damaliger Schlagzeuger. Aus dem Song „Jump in the fire“ von Metallica hat er den Text „Jump in the Weiher“ gemacht. Auf Hochdeutsch. Den sollte ich singen.
Erbach: Das hat aber auch nicht geklappt.
El Beji: Richtig. Denn der hochdeutschen Sprache bin ich auch nicht mächtig.

Also wurde der „Palzrock“ geboren.
El Beji: So sieht’s aus. Nach und nach haben wir alle Lieder aus unserem Repertoire auf Pfälzisch umgeschrieben und so unseren eigenen Stil kreiert.
Erbach: Wir machen auf der Bühne nicht so, als wären wir jemand anderes. Wir sind echt und erzählen unsere eigenen Geschichten.

Wie viel Zeit verbringt Ihr mit der Band?
Erbach: Zeitweise ist die Band ein Halbtagsjob, was den Zeitaufwand betrifft. Allein ein Konzert nimmt zwölf Stunden in Anspruch. Denn wir machen alles selbst. Vom Aufbau bis zum Abbau.
El Beji: Hinzu kommen die Bandproben, das Texte schreiben, unser Samstagsvideo, Social Media und jede Menge Papierkram. Jeder von uns hat seine Aufgabe in der Band.

Familie, Arbeit und Rockband. Das klingt anstrengend.
Erbach: Ja, das ist es manchmal. Aber wir wollen es so.
El Beji: Wir haben Spaß an dem, was wir machen. Das macht uns als Band aus. Wir sitzen auch in unserer Freizeit zusammen und haben schräge Ideen.

Zum Beispiel?
El Beji: Das Lied „De Riesling werd knapp“ ist entstanden, weil uns am Abend der Wein ausging.
Erbach: Oder man liegt auf der Couch und denkt darüber nach, wie es wäre Fine R.I.P. Socken zu tragen.

Was sagen Eure Frauen zu dem Hobby?
El Beji: Wir haben sehr gute Frauen.
Erbach: Ich frage meine Frau jeden Monat, ob es noch o.k. ist. Bislang hat sie nichts dagegen.

Jetzt gibt es Euch schon seit 1999. Könnt ihr Euch noch an Euren ersten Auftritt erinnern?
El Beji: Der war in Mannheim, in einer Gartenlaube. Wir spielten beim Sommerfest eines Judoklubs. Ich war total aufgeregt und wir standen alle da, wie kleine Schuljungs. Gut, das waren wir damals auch.

Und welche Höhen und Tiefen habt Ihr seitdem erlebt?
Erbach: Tiefen gab es jedes Mal, wenn jemand die Band verlassen hat. Egal aus welchem Grund, das war immer ein Einschnitt. Aber zum Glück hat es der Band nie geschadet. Und jeder Schritt, der uns weiter nach vorn gebracht hat, war ein Höhepunkt.

Kürzlich habt Ihr Eure Köpfe mit dem von Musikproduzent Nosie Katzmann zusammengesteckt, welche kreativen Ideen kamen dabei heraus?
El Beji: Am 17. November kommt unser erster offizieller Musikdownload auf den Markt. Der neue Welthit „De Riesling werd knapp“.
Erbach: Mit Nosie hat uns jemand gefunden, der uns Einblicke in Bereiche gibt, von denen wir als 20-Jährige geträumt haben.

Und wovon träumen Jungs?
Erbach: Zum Beispiel wie es ist, wenn die eigene Band im Radio gespielt wird. Dieser Traum rückt jetzt näher. Das hätte ich nie gedacht und ich bin gespannt, was daraus wird.

Welche Träume habt Ihr noch?
El Beji: Einmal auf dem Rheindampfer spielen zu dürfen. Weil es so romantisch ist.
Erbach: Ich würde gern beim Wacken Open Air auftreten. Das wär total bekloppt.

Info
Fine R.I.P. rocken morgen ab 19.30 Uhr in der Südpfalzhalle in Kapsweyer zusammen mit Saftwerk. Karten gibt es an der Abendkasse. Weitere Informationen zur Band gibt es unter www.palzrock.de. | Interview: Barbara Swojanowsky

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